Google unter Beschuss

 

Unter anderem Heise.de berichtet erneut über eine Klage gegen Google, welche durch den französischen “Mitbewerber” 1PlusV vor dem französischen Handelsgericht eingereicht wurde. Diese und viele weitere Klagen und Beschwerden bei Gerichten und Wettbewerbshütern laufen in letzter Zeit gegen den Suchmaschinenriesen auf. Dabei geht es im Wesentlichen immer um die Ausnutzung seiner Vormachtstellung als größte Suchmaschine und das Ranking von Mitbewerber-Angeboten in den Suchergebnissen.

Natürlich ist es wichtig, dass es gerade für Monopolisten staatliche Kontrollmöglichkeiten gibt, allerdings sollten diese auch das Geschäftsmodell im ursprünglichen Sinn nicht gefährden. Eine Suchmaschine wird deswegen beliebt und Monopolist, weil sie dem Nutzer schnell die besten Informationen für seine Suchanfrage liefert. Der Nutzer hat sich seit Jahren dafür entschieden, dass Google dieses mit seinen Ergebnissen und Angeboten (Produktsuche, Bildersuche, etc.) erfüllt und trotz Hindernissen wie der automatischen Nutzung der MSN-Suche im Internet Explorer hat Google sich in den ganzen Jahren gegenüber vielen Mitbewerbern durchgesetzt.

Die Beschwerden von Ciao (Microsoft), 1PlusV und anderen z.B. durch das Panda-Update betroffenen Unternehmen sind natürlich aus der Sicht des jeweiligen Unternehmens verständlich, allerdings schaut Google ja zunächst nach den Bedürfnissen des Nutzers. Und warum sollte Google eine vertikale Suchmaschine auf Top-Positionen zu bestimmten Suchanfragen listen, wenn man den Nutzer auch direkt auf das Ergebnis aufmerksam machen kann.

Die Ansprüche der Nutzer sind es, die Google in seinen organischen Suchergebnissen umsetzen sollte und dieses in meinen Augen auch versucht. Wenn wir an das Brand-Update aus dem Jahre 2009 denken, auch dabei wurden die Suchergebnisse deutlich verändert und auch hier gab es einige Anbieter, die mit starken Umsatzeinbußen zu kämpfen hatten. Aber auch dieses Update war absolut nachvollziehbar und hat die Suchergebnisse für den Nutzer verbessert.

Natürlich ist es schwer abzuschätzen, inwieweit Änderungen wirklich aus Nutzer-Interesse oder tatsächlich durch manuelle Eingriffe passieren. Allerdings glaube ich irgendwie an den Google Leitsatz “Don’t be evil” und hoffe, dass die Gerichte mit ihren Entscheidungen keinen Ansturm von Klagen wegen “unpassender” Platzierungen in den Suchergebnissen lostreten. Die Überprüfung durch Wettbewerbshüter sollte Google aktiv fördern, um so das Misstrauen gegen den Monopolisten weiter abzubauen.

Foto: Alexander Klaus / pixelio.de

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