Brand-Bonus bei Google?!!

Wow, über ein halbes Jahr nicht mehr gebloggt… Aber auch jetzt habe ich nur etwas “Kurzes” für zwischendurch…

Ein, wie ich finde, sehr krasses Beispiel für den Brand-Bonus im Google-Algorithmus:

Brandbonus Google

Ich hoffe dann demnächst wieder mehr Zeit zum bloggen zu finden.

Softwaretest: Advanced Web Ranking

Für jeden, der im Internet vertreten ist, ist es wichtig zu wissen, an welcher Stelle der Google Platzierung seine Homepage zu bestimmten Keywords zu finden ist. Es gibt einige Tools, die dies quasi auf Knopfdruck ermitteln können, und ein ausgezeichnetes Beispiel dafür ist das Programm Advanced Web Ranking des amerikanischen Softwarehauses Caphyon.

Die Installation

Es könnte einfacher nicht sein: Download, Doppelklick auf Setup-Datei und schon läuft die Installation selbsttätig ab. Die Software steht für Windows, Mac und sogar Linux zur Verfügung und sollte damit auf fast jedem System laufen. Der Nutzer hat die Möglichkeit, die Programmpfade festzulegen. Tut er das nicht, so geschieht dies automatisch. Der Vorgang ist nach wenigen Minuten erledigt, und schon kann Advanced Web Ranking zum ersten Mal aufgerufen werden. Die Software ist übrigens multilingual, die Standardsprache Englisch kann also ohne Probleme auf Deutsch geändert werden.

Welche Möglichkeiten bietet dieses Programm?

Zunächst muss ein Projekt definiert werden, das den Domainnamen, die zu beobachtenden Keywords und die Suchmaschinen, die abgefragt werden sollen, beinhaltet. Nach der Eingabe dieser Daten startet der erste Suchlauf, der Status quo wird dabei ausgewertet. Die Anzeige erfolgt sowohl grafisch als auch in einer Tabelle, der Zeitraum lässt sich auf mehrere Jahre einstellen, um die Google Platzierung für einen längeren Zeitraum auszuwerten. Zusätzlich dazu ist die Verknüpfung des Google-Kontos mit dem Modul Analytics möglich.

Im nächsten Schritt folgt die Link-Analyse, die die Top-Referer-Domains anzeigt und auch die Effektivität der Backlinks auswertet. Advanced Web Ranking berücksichtigt aber auch Soziale Netze wie Facebook oder Twitter und ermittelt die Anzahl der Shares auf der jeweiligen Plattform.

Die Funktion “Research” ist ein Highlight in diesem Programm: Die Domain lässt sich exakt untersuchen, wobei in erster Linie vier Aspekte beachtet werden: die SEOmoz-Abfrage nach Domain Authority und MOZ-rank, der Suchmaschinenlesbarkeitsindex aufgrund der Metatags und der noch nicht im Index befindlichen Seiten, der Crawling Status, wobei ungültige Links und HTTP-Requests berücksichtig werden, und die Inhaltsprüfung nach leeren oder doppelten Tags. Gerade der letzte Punkt ist für die Seitenoptimierung wesentlich, da darauf geachtet werden kann, Seiten nicht zu oft zu verlinken.

Außerdem gibt es umfangreiche Funktionen für Keyword-Recherche und auch OnPage Qualitäten können geprüft werden. So hat man quasi ein Tool für viele Aufgaben aus dem SEO Bereich, eine ziemlich umfassende SEO Software.
Es steht auch eine umfangreiche Berichtsfunktion zur Verfügung, die in verschiedenen Ansichten entweder betrachtet, ausgedruckt oder im Web veröffentlicht werden kann. Auch lassen sich die Ansichten in eigenen Designs gestalten und so für das eigene CI anpassen.

Mit den sonstigen Einstellungen können die Daten gesichert oder ex- und importiert werden. Dabei kann die gesamte Projekteinstellung per Mausklick übernommen werden, und für Anwender, die oft verschiedene Webseiten analysieren, ist dies eine gewaltige Arbeitserleichterung.

Wer sich nicht sicher ist, ob das Programm seinen Ansprüchen gerecht wird, hat die Möglichkeit, eine Demoversion herunterzuladen. Diese kann dann einen Monat lang auf Herz und Nieren getestet werden. Falls sich der User zum Kauf entschließen sollte, kann er aus vier verschiedenen Versionen auswählen, je nachdem, welche Funktionen tatsächlich benötigt werden. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Preise: Die Standardversion gibt es um 99 Dollar, wenn Advanced Web Ranking am Server laufen sollte, sind dafür 1.499 Dollar zu bezahlen.

Fazit

Advanced Web Ranking ist ein mächtiges Programm, das alle wichtigen Funktionen zur Analyse und Optimierung von Internetauftritten in sich birgt. Obwohl die Bedienung intuitiv erfolgt, ist eine gewisse Einarbeitungszeit notwendig, um herauszufinden, welche Einstellungen wirklich benötigt werden und welche nicht. Der Funktionsumfang und das Design können überzeugen, und daher kann für Advanced Web Ranking eine klare Empfehlung ausgesprochen werden. Für größere Projekte oder eine höhere Anzahl von Domains, welche regelmäßig abgefragt werden, sollten private Proxy-Server genutzt werden, um eine größere Anzahl von Abfragen in einer kürzeren Zeit zu realisieren.

Google Affiliate Ads – The next big thing?

Lange Zeit nicht mehr zum bloggen gekommen… Eigentlich wollte ich als nächsten Artikel eine Auswertung zu den aktuellen “Bewegungen” in den SERPs fertigbekommen, der braucht aber wohl noch ein paar Tage. Aber die gerade bei meetinx.de gelesene Neuigkeit ist echt ein Knaller. Google wird Adsense in Richtung Affiliate-Netzwerk aufbohren und damit früher oder später den traditionellen Affiliate-Netzwerken wie CJ, Zanox oder Affilinet den Markt schwerer machen. Mit Google Affiliate Ads for Blogger wird Google besonders Nischen-Seiten ansprechen, um ggf. höhere Erlöse durch Sales oder Leads zu erzielen, als mit der jetzigen PPC-Vergütung.

Google ist in Amerika bereits seit Jahren mit dem Google Affiliate Network Programm aktiv, welches Anfang diesen Jahres auch in England in einer Beta-Phase gestartet wurde. Mit einer zeitnahen Einführung in Deutschland und dem Rest von Europa ist eigentlich zu rechnen. Sollte Google mit dem neuen “Affiliate Ads for Blogger”-Programm auch in Deutschland starten, wird es sicherlich für viele Betreiber eine interessante Alternative zu den klassischen Affiliate-Netzwerken, da oftmals bereits Adsense auf Nischenseiten und Blogs zur Monetarisierung eingesetzt wird.

Einen kleinen Einblick findet man in diesem Video:

Update: Sehr schöner Artikel zu Googles Affiliate-Start in UK bei twoqubes.com

Matt mag uns ;-)

Okay, die Überschrift ist vielleicht etwas reißerisch gewählt, allerdings spricht sich Matt Cutts in einem Video relativ deutlich für SEO in seiner eigentlich Funktion aus. Und wie es Gretus sich in seinem Blogbeitrag wünscht, wäre es schön, wenn dieses Video zu einem besseren Ruf von SEO beitragen würde. Ein sehr schönes Beispiel, wie einige “Netzmitbewohner” über uns denken, ist mir neulich bei diesem Blog-Kommentar begegnet:

“Ihr wacht morgens auf und denkt “Backlinks” und schlaft ein mit dem Gedanken “Backlinks”. Und für was das ganze? Lug und Trug und Irreführung der Nutzer. Oder auch Schwindel, Schmu, Täuschung, Betrug, …Das Ende von Qualität statt Quantität. Wird Zeit, dass g@@gle und Co. auf andere Maßstäbe setzen.”

- laemmchen / Quelle: blog.magerquark.de

Ohne Worte…

GoogleWebmasterHelp: Does Google consider SEO to be spam?

Geld verdienen im Netz – Webmaster Friday

Schon lange wollte ich mich einmal am Webmaster Friday beteiligen, bin aber irgendwie nie dazu gekommen. Warum? Dazu jetzt mehr ;-) Irgendwie sind viele Leute der Meinung, Geld verdienen im Internet geht automatisch oder ohne großen Aufwand. Bücher wie z.B. “Die 4 Stunden Woche” von Timothy Ferriss suggerieren im Titel schon einmal die Hoffnung, dass man tatsächlich ohne viel Aufwand gutes Geld verdienen kann. JA, es gibt solche AUSNAHMEN! ;-)

Aber in der Realität ist das Business im Internet sehr zeitintensiv, denn die Informationsflut über wichtige Kommunikationskanäle wie Twitter, Google+ oder RSS Feeds hört ja nicht um 17 Uhr auf und fängt dann morgens um 9 Uhr wieder an. Und Wochenenden werden eh nicht respektiert. ;-) Gerade in Bereichen wie SEO oder Affiliate Marketing ist aber ein aktuelles Wissen der neusten Entwicklungen unabdingbar um damit Geld zu verdienen. Gerade wenn man für Kunden arbeitet, wird dieses Wissen ja auch geschuldet.

Seit meiner Selbstständigkeit und dem Start der Agentur habe ich mehr Stunden als jemals zuvor an Rechnern, Tablets oder Smartphones verbracht, war für meine Kunden in dringenden Fällen auch am Wochenende erreichbar und habe einen ganzen Urlaubstag an einer Surfstation im Hotel verbracht. Natürlich ist mein Stundensatz, im Gegensatz zu einem Angestellten höher, allerdings sind meine Nebenkosten auch um ein Vielfaches höher. Alleine für SEO Tools, Server und Domains geht jeden Monat ein vierstelliger Betrag vom Konto ab und nach den ganzen weiteren Nebenkosten kommt am Ende auch noch das Finanzamt und nimmt sich einen nicht gerade kleinen Teil der Einnahmen.

Aber ich will nicht zu viel klagen, natürlich hat es auch seine Vorteile sein eigener Chef zu sein. Nicht weil man seine Zeit frei einteilen kann, dieses ist gerade in der Anfangszeit ein Irrglaube! Man kann aber sein Handeln sehr frei bestimmen, was in meinen Augen der größte und angenehmste Vorteil der Selbstständigkeit ist. Wichtig ist es dabei aber, nie die Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, der eigenen Familie und sich selber zu unterschätzen. Wenn man nicht auf sich achtet, oder eine tolle Frau hat, welche das für einen übernimmt, kann man sich auch sehr schnell durch zu viel Arbeit und Stress gesundheitlich schädigen. Eine gesunde Work-Life-Balance ist wichtig!

JA, man kann Geld verdienen im Internet – ABER nur mit Fleiß, Kreativität und Wissen!

Impressum als Grafik? Denkt an die Google Bildersuche!

In der letzten Woche wurde durch den Bericht von SEOmoz.org zum Thema Linkbuilding mit Hilfe der Google Bildersuche viel zu diesem Thema geschrieben. Einen sehr guten und sogar ergänzenden Beitrag hat Martin auf dem TagSeoBlog dazu veröffentlicht. Dort geht Martin unter Punkt 5 auf die Gefahr der Aufdeckung von Linknetzwerken ein.

Leider wird das Thema Footprints beim Linknetzwerk-Aufbau immer wieder etwas stiefmütterlich behandelt, so auch bei der typischen Grafik im Impressum. Bereits vor der Google Image Search gab es Grafik-Suchmaschinen, welche nach Duplikaten im Internet gesucht und teilweise auch gute Ergebnisse geliefert haben.

Bei einer Backlinkanalyse bin ich gerade auf eine sehr schöne Reanimate gestoßen, welche mit Massen von deutschen Government-, Uni- bzw. Forschungs-Backlinks gesegnet ist und nach der Reanimation sehr gut rankt. Das Impressum war mit einer Grafik ausgestattet, also einfach mal bei der Google Image Search ausprobiert:

Und Treffer! Einige Seiten mit absolut identischen Grafiken werden von Google angeboten. Darunter sehr viele schöne Expireds und weitere Projekte des Kollegen, welche bestimmt niemals auf einer öffentlichen Liste auftauchen sollten.

Also hat Google in der eigenen Datenbank bereits eine Liste mit Domains, welche alle die gleiche Grafik als Impressum nutzen. Natürlich ist es auch “organisch”, dass es gleiche Grafiken auf mehreren Domains gibt, wenn man nur mal an Banner, PR-Fotos oder Logos denkt und Google wird nicht alle Anhäufungen überprüfen, aber sollte eine der Domains in diesem Netzwerk einmal auffallen, wäre mit ziemlicher Sicherheit das gesamte Netzwerk in Gefahr.

Daher sollte man, wenn man schon eine Grafik als Impressum nutzt, diese auch für jede einzelne Domain in Schriftart, Schriftgröße oder Farbe variieren. Dazu muss nicht immer Photoshop angeschmissen werden, es gibt auch diverse Online-Generatoren für den Text in Grafiken. Einen habe ich jetzt auf dieser Domain installiert und wünsche viel Freude bei der Erstellung von Texten als PNG Grafik.

Tschüss Twitter, es war schön mit dir!

Nein, ich habe jetzt nicht wegen Google+ meinen Twitter-Account abgeschafft, Google hat sich von Twitter und der Echtzeit-Suche getrennt. Google hatte seit 2009 einen Vertrag über die Lieferung aller Tweets als Datenfeed mit Twitter, welcher am 02. Juli auslief und von Google auch nicht wieder verlängert wurde. Laut einer Anfrage von Danny Sullivan an Google werden in Zukunft die Tweets nur noch über den Crawler in die SERPs aufgenommen, was bei Weitem nicht in Echtzeit realisierbar sein dürfte.

Die Relevanz von Tweets und ReTweets für Rankings ist schon immer stark diskutiert worden, zuletzt durch einen Test von Ranking-Check, in welchem auch keine signifikanten Auswirkungen nachgewiesen werden konnten. Rand Fishkin schreibt bereits, dass wohl auch der von SEOs so geliebte schnelle Push in die SERPs durch einfache Tweets nicht mehr funktioniert. Dieses soll aber in einem in Kürze folgenden Test genauer beleuchtet werden.

Das fehlende Interesse an einer Verlängerung der Twitter-Feed Nutzung von Google wird sicherlich auch mit dem eigenen Social Network Google+ zu tun haben, welches vor einigen Tagen in einer Beta startete. Sollte dieses neue Netzwerk einen ähnlichen Erfolg wie Facebook verzeichnen können, würde es Google viel bessere Echtzeit-Daten liefern, als Twitter es je hätte machen können. Die Entwicklung von Google+ wird sicherlich spannend und muss aus SEO Sicht sehr genau weiter beobachtet werden.

Wie lange dieses Überangebot von Social Networks mit Google+, Facebook, Twitter, XING, StudiVZ und vielen weiteren in der jetzigen Form bestehen wird, bleibt abzuwarten, ich persönlich erwarte eine Reduzierung. Sollte sich Google+ mit seinen Features und dem jetzigen Aufbau auch bei den “Nicht-Nerds” durchsetzen, ist es in meinen Augen der Kandidat mit dem meisten Potenzial. Aber das mag auch an meiner persönlichen Abneigung zu Facebook liegen. ;-)

Twitter wird es in diesem Zusammenhang sicherlich auch schwer haben, wenn man die begrenzten Möglichkeiten in diesem System sieht und die mittlerweile sehr einfache Bedienbarkeit durch Apps der Social Networks auf den aktuellen Handymodellen anschaut.

SEO bleibt spannend und es wird sicherlich nicht schaden, frühzeitig an eine Google+ und +1 Integration bei seinen Projekten und Kunden zu denken.

Bild: Gerd Altmann  / pixelio.de

Google unter Beschuss

 

Unter anderem Heise.de berichtet erneut über eine Klage gegen Google, welche durch den französischen “Mitbewerber” 1PlusV vor dem französischen Handelsgericht eingereicht wurde. Diese und viele weitere Klagen und Beschwerden bei Gerichten und Wettbewerbshütern laufen in letzter Zeit gegen den Suchmaschinenriesen auf. Dabei geht es im Wesentlichen immer um die Ausnutzung seiner Vormachtstellung als größte Suchmaschine und das Ranking von Mitbewerber-Angeboten in den Suchergebnissen.

Natürlich ist es wichtig, dass es gerade für Monopolisten staatliche Kontrollmöglichkeiten gibt, allerdings sollten diese auch das Geschäftsmodell im ursprünglichen Sinn nicht gefährden. Eine Suchmaschine wird deswegen beliebt und Monopolist, weil sie dem Nutzer schnell die besten Informationen für seine Suchanfrage liefert. Der Nutzer hat sich seit Jahren dafür entschieden, dass Google dieses mit seinen Ergebnissen und Angeboten (Produktsuche, Bildersuche, etc.) erfüllt und trotz Hindernissen wie der automatischen Nutzung der MSN-Suche im Internet Explorer hat Google sich in den ganzen Jahren gegenüber vielen Mitbewerbern durchgesetzt.

Die Beschwerden von Ciao (Microsoft), 1PlusV und anderen z.B. durch das Panda-Update betroffenen Unternehmen sind natürlich aus der Sicht des jeweiligen Unternehmens verständlich, allerdings schaut Google ja zunächst nach den Bedürfnissen des Nutzers. Und warum sollte Google eine vertikale Suchmaschine auf Top-Positionen zu bestimmten Suchanfragen listen, wenn man den Nutzer auch direkt auf das Ergebnis aufmerksam machen kann.

Die Ansprüche der Nutzer sind es, die Google in seinen organischen Suchergebnissen umsetzen sollte und dieses in meinen Augen auch versucht. Wenn wir an das Brand-Update aus dem Jahre 2009 denken, auch dabei wurden die Suchergebnisse deutlich verändert und auch hier gab es einige Anbieter, die mit starken Umsatzeinbußen zu kämpfen hatten. Aber auch dieses Update war absolut nachvollziehbar und hat die Suchergebnisse für den Nutzer verbessert.

Natürlich ist es schwer abzuschätzen, inwieweit Änderungen wirklich aus Nutzer-Interesse oder tatsächlich durch manuelle Eingriffe passieren. Allerdings glaube ich irgendwie an den Google Leitsatz “Don’t be evil” und hoffe, dass die Gerichte mit ihren Entscheidungen keinen Ansturm von Klagen wegen “unpassender” Platzierungen in den Suchergebnissen lostreten. Die Überprüfung durch Wettbewerbshüter sollte Google aktiv fördern, um so das Misstrauen gegen den Monopolisten weiter abzubauen.

Foto: Alexander Klaus / pixelio.de

Im Alter kann man sich alles erlauben!?

Ich bin heute bei einer Backlink-Recherche auf eine Domain gestoßen, welche von Negativ-Beispielen im Backlink-Aufbau nur so strotzt und trotzdem seit Jahren sehr gut rankt und Ihre Sichtbarkeit weiter ausbaut. Es handelt sich bei der Domain um einen Onlineshop im B2B Bereich, welcher laut Waybackmachine und Sistrix seit Septemer 2004 aktiv ist und seit dem ein sehr ähnliches Produktsortiment aufweist.

Um hier kein Bashing zu betreiben, werde ich alle zur Identifizierung geeigneten Werte und Angaben unkenntlich machen. Auch aus Rücksicht auf die SEO Agentur, welche diese Seite in Ihren Referenzen führt.


Der Sichtbarkeits-Verlauf sieht eigentlich sehr schön aus, außer dem Absturz zum Anfang der Sistrix-Daten 2008. Dieser könnte aber auf eine Modifikation im URL-Aufbau zurückzuführen sein, welche man bei der Waybackmachine sieht. Was mich nach der weiteren Auswertung allerdings wirklich wundert, ist der aktuelle Ausbau der Rankings, denn was bei der Backlink-Analyse als Erstes ins Auge fällt, ist die:

Unnatürliche Verteilung von Linktexten

Sistrix hat eine Domain-Pop von 297 und eine Class-C-IP-Pop von 227 gefunden. Die LinkResearchTools (LRT) konnten eine Domain-Pop von 415 finden. Die Auswertung der Linktexte in den LRT ergab eine Verteilung von 31,3% (215), 13,2% (91) und 10,2% (70) für drei Keywords in den Linktexten.

Die genutzten Linktexte ranken sehr gut und sind laut Sistrix auch nie von einer eigentlich zu erwartenden -50 Penality betroffen gewesen. Alle Keywords haben einen “sauberen” Verlauf ähnlich der generischen Keyword-Kombination mit 215 Links:

Hierzu habe ich nur zwei Erklärungen für mich gefunden. Zum einen könnte der Aufbau sehr langsam oder sehr früh (Domainalter 7 Jahre) stattgefunden haben, wobei die Art der Backlinks eigentlich nicht dafür sprechen, zum anderen könnte Google durch die ungewöhnlich hohe Konzentration das am stärksten genutzte Keyword mittlerweile als Brand ansehen, obwohl es weder in der Domain, dem Title-Tag noch an sonst wichtigen Positionen der Startseite vorkommt.

Neben der unnatürlichen Konzentration der Linktexte ist auch die Art der Backlinks mehr als fragwürdig.

Footer-Links in “fragwürdiger Umgebung” funktionieren immer noch

Auch die Backlinks bieten neben einigen Freeblogs mit zwei bis drei ziemlich einfach gestrickten Texten, eine nicht unerhebliche Zahl von den typischen gekauften Footer-Link Backlinks nach dem typischen Muster:

Im roten Rahmen findet man die Keyword-Kombination mit dem Linktext-Anteil von 31,3%. Der Footer-Link mit dem selben Linktext ist auch auf über 50 dieser typischen Footer-Link-Blöcke zu finden, teilweise sogar mit der selben Nachbarschaft. Fast alle mit einem Pagerank versehenen Backlinks stammen von solchen Footer-Links.

Wenn man sich den Sistrix-Backlink-Verlauf anschaut, scheinen auch diese Links schon länger zu bestehen:

Die gerahmten negativen Peaks könnten z.B. aus der Deaktivierung der gesamten in Footer-Blöcken untergebrachten Links resultieren. Von der Anzahl könnte es ungefähr hinkommen.

Meine Schlussfolgerung

Der gesamte Backlink-Aufbau besteht nur aus wenigen Social Bookmarks, einigen Webkatalogen, einigen Freeblogs und einer nicht unerheblichen Zahl von Footer-Links mit drei verschiedenen Linktexten in wirklich unschöner Nachbarschaft. Trotzdem rankt diese Seite zu den Keywords sehr gut und baut ihre Sichtbarkeit kontinuierlich weiter aus. Onpage ist die Seite gutes Mittelmaß, worauf ich hier aber nicht weiter eingehen möchte.

Für mich ist diese Kombination aus sehr offensichtlich gekauften Links und massiv einseitigem Linktext eigentlich ein sicherer Kandidat für eine Penality durch einen Filter, allerdings ist dieses sichtlich nicht passiert. Auch gibt es keine besonderen Authority Links, welche der Seite einen besonderen Trust geben könnten. Der Trust oder die Toleranz von Google muss in meinen Augen durch das Alter der Domain und des beständigen Inhaltes stammen.

Update:

Ich habe mir eine eine Backlink-Auswertung von Sistrix aus März 2010 gezogen und diese mit der aktuellen Auswertung verglichen. Die Änderungen sind auch hier nicht positiv zu werten, den außer 11 Social Bookmarks, 7 Webkatalogen und 3 Branchen-Links sind wieder eine Menge neuer Footer-Links von ausländischen Seiten mit immer wieder den gleichen Linktexten hinzugekommen.

Preisverfall bei Keyworddomains?

Inspiriert durch den Artikel von SEO-United.de zum Thema Keyworddomains habe auch ich mir einige Gedanken über die Einführung der neuen Top-Level Domains (TLDs) durch die ICANN gemacht. Bereits seit einigen Jahren gibt es ja neben den länderbezogenen TLDs auch die “neuen” branchenbezogenen TLDs wie .AERO, .TRAVEL oder .PRO. Auch die “alten” .COM, .NET, .ORG oder .EDU TLDs waren ja keine länderbezogene TLDs, sondern sollten den Zweck der Webseite beschreiben.

Bisher wurde allerdings, bei der Einführung der neuen TLDs seitens der ICANN, der Zweck und damit die potenziellen Kandidaten für eine Domain in den neuen TLD-Bereichen klar eingegrenzt. So sollten .TRAVEL Domains nur an Unternehmen mit nachweislichem Schwerpunkt im Reisebereich oder .PRO Domains von Rechtsanwälten, Medizinern oder Architekten genutzt werden. Die jetzt beschlossene Einführung neuer TLDs wird ohne einen festen Bezug auf eine bestimmte Branche oder Berufsgruppe erfolgen. Denkbar wäre also .FRIESE, .BAYERN, .BERLIN, .MAIL, .TOOL oder jedes erdenkliche Wort welches dann ab Ende 2012 als TLD verfügbar sein könnte.

Die 185.000 USD Gebühr für die Prüfung der Anmeldung und laufende Kosten von ca. 6.500 USD pro Quartal sind sicherlich nur ein kleines Hindernis für viele Startups, welche ihr Glück als Registry versuchen werden. Wenn man bedenkt, dass Domains der relativ neuen .CO TLD bereits für 20.000 Euro und mehr verkauft wurden und diese TLD außer der Ähnlichkeit zu der .COM kein weiteres Vertrauen bei den Nutzern oder Suchmaschinen hat, könnte die Rechnung für die neuen Registrys mit der passenden TLD aufgehen.

Je nach Anzahl der neuen TLDs wird es sicherlich Änderungen in der Bewertung durch Suchmaschinen geben. So werden pauschale Annahmen wie “.biz Domains sind spammig” viel seltener stimmen und die Verwendung von anderen Domainendungen wird auch für den Nutzer immer natürlicher werden. Damit wird auch Google die Bewertung von TLDs als Ranking-Faktor zu überdenken und neu zu bewerten. Es ist doch ganz klar, dass neue Unternehmen und Seiten auf freie und neue Domainendungen ausweichen, wenn heute jedes halbwegs geläufige Wort als Domain bereits von einer der vielen “Domainkraken” in Besitz genommen wurde. Auch wenn man über den Sinn und Unsinn einer Keyword-Domain als Name oder Brand eines Unternehmens oder Projektes sicherlich streiten kann.

Wird es also einen Preisverfall geben?

Ich glaube schon, dass es gewisse Verschiebungen der Preise geben wird, allerdings wird es genau wie bei den Einführungen der bisherigen TLDs keine wirklichen Money-Keyworddomains auf dem “freien Markt” geben und die Preise werden sich je nach TLD ähnlich der jetzigen Preise bewegen. Bei weniger beliebten Keywords hingegen werden die Preise für die traditionellen Keyworddomains sicherlich fallen, da hier bei den neuen TLDs freie verfügbar sein werden. Angebot und Nachfrage – Das Angebot wird sich durch die neuen TLDs mit Sicherheit erhöhen, die Frage ist nur, wie die Nachfrage bis Ende 2012 gestiegen sein wird?!


Gelistet

http://www.wikio.de